Kolumne – Start-up-Kultur international

Tristan Niewöhner

Tristan Niewöhner ist Gründer und Geschäftsführer der persomatch GmbH

Wir leben heute in einer hochgradig globalisierten Welt. Daraus ergeben sich sicherlich viele Herausforderungen, aber auch Chancen, insbesondere die, von der ganzen Welt lernen zu können. Ich frage mich bei jeder Reise, egal ob kürzer oder länger, was man von seinem Reiseziel lernen kann. Was machen die Menschen dort anders, vielleicht besser? Was kann man vielleicht sogar für sich übernehmen?

Auch besonders in Bezug auf die Start-up- und Gründungskultur sind diese Fragen interessant. In vielen anderen Ländern ist diese deutlich ausgeprägter als bei uns in Deutschland. Man kann sich die Frage stellen, warum das so ist und vor allem, was man diesbezüglich von anderen Kulturen lernen kann.
So haben natürlich die USA eine sehr ausgeprägte Gründungskultur. Das Silicon Valley hat die größten und bedeutendsten Technologie- und Internet-Unternehmen hervorgebracht, die es auf der ganzen Welt gibt. Spitzenuniversitäten arbeiten eng mit Start-ups zusammen und fördern diese gezielt. Das Investment-Kapital, das in den USA zu Verfügung steht, ist weltweit unerreicht. Viele Amerikaner träumen davon, eines Tages ein eigenes Unternehmen zu gründen, Risikobereitschaft wird generell höher angesehen. Auch wenn es doch einmal schiefgeht, gescheiterte Gründer werden positiver wahrgenommen als bei uns.
Auch Israel ist eine sehr starke Start-up-Nation. Das relativ kleine Land verfügt über eine sehr hohe Gründungsrate pro Einwohner, gerade in der Region um Tel Aviv gibt es eine sehr große Innovationskraft. Das hohe Bildungsniveau, gepaart mit der Zusammenarbeit von Universitäten, Militär und Wirtschaft, schafft sehr gute Bedingungen für Start-ups. Viele High-Tech-Konzerne betreiben in Tel Aviv Niederlassungen.

Das baltische Estland ist ebenfalls sehr stark in der digitalen Start-up-Szene. Die Nation gilt oft als Musterbeispiel für die Digitalisierung der Verwaltung. Die Esten sind uns Deutschen um Längen voraus. Bürokratische Prozesse laufen sehr effizient ab. Die Internet-Infrastruktur gilt als exzellent. Diese Bedingungen sorgen für eine ausgeprägte Start-up- und Gründungsaktivität.
Ich möchte hier gar nicht die Meinung vieler Experten wiedergeben, die Deutschland als eher rückständig im Hinblick auf Start-ups und Digitalisierung einstufen. Wir Deutschen neigen vielleicht manchmal zu Pessimismus und denken, der „Zug der Digitalisierung“ sei schon längst abgefahren, wir würden im weltweiten Innovationswettstreit die Verlierer sein und haben Angst vor der Zukunft.
Vielmehr möchte ich dazu animieren, sich weltweit umzuschauen, was andere Länder in Sachen Start-up-Kultur so auf die Beine stellen und sich Positives abzuschauen. Sicherlich können wir den Erfolg nicht dadurch erreichen, dass wir lediglich imitieren. Aber durch die Inspiration, die wir gewinnen, können wir mutig unseren eigenen Weg finden, erfolgreich und innovativ zu sein.

Von der Welt lernen – Start-up now! Bis zum nächsten Mal.

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