Service Onboarding@Münsterland: Kopf und Herz überzeugen

Das Arbeitgebernetzwerk Onboarding@Münsterland bietet seinen Mitgliedern regelmäßig die Möglichkeit, sich bei Veranstaltungen über aktuelle Themen zu informieren und auszutauschen. Fotos: Münsterland e.V. / Philipp Foelting

Ohne genügend Fachkräfte sind Unternehmen langfristig nicht in der Lage, Innovationen zu entwickeln und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Wie man mit einer besonderen Willkommenskultur Fachkräfte gewinnen kann, zeigt das Münsterland.

Prächtige Wasserschlösser und eindrucksvolle Burgen, weite Garten- und Parklandschaften, Fahrradhochburg – wenn Menschen gefragt werden, wofür das Münsterland steht, dann sind es meist diese Assoziationen, die viele mit der ländlichen Region verbinden. „Dieses Bild vom Münsterland ist richtig, spiegelt jedoch nicht die ganze Realität. Die Region hat noch weitaus mehr zu bieten. Außenstehende wissen oftmals nicht, dass es hier zahlreiche starke Familienunternehmen gibt, die gute Job- und Karrieremöglichkeiten bieten. Das Münsterland ist damit nicht nur eine gute Lebens-, sondern auch eine interessante Arbeitsregion“, sagt Monika Leiking, Leiterin des Service Onboarding@Münsterland. Vor zwei Jahren wurde die Initiative unter der Federführung des Münsterland e.V. von Arbeitgebern und Wirtschaftsakteuren des Münsterlandes ins Leben gerufen, um alle Stärken darzustellen. Um im Wettbewerb der Regionen bestehen zu können, sei es notwendig, mit einer Strahlkraft nach vorne zu gehen und so sichtbar für Investoren, Touristen und Fachkräfte zu werden.

„Unsere Motivation ist es, potenzielle Fachkräfte für die Arbeits- und Lebensregion zu sensibilisieren, weil wir wissen, dass unsere Region oftmals nicht mit bestimmten Unternehmensnamen verbunden ist“, so Monika Leiking.

Der Fachkräftemangel macht vor keiner Region halt. Auch im Münsterland suchen die zahlreichen kleinen und mittelständischen Unternehmen nach Personal. Ohne Fachkräfte sind sie dauerhaft nicht wettbewerbs- und innovationsfähig. „Wir wollen die Unternehmen unterstützen und gemeinsam als starke Innovations- und Arbeitsregion auftreten. Es ist uns wichtig, die Arbeitgeber nicht alleine bei der Bewältigung dieser Herausforderung zu lassen. Gemeinsam in einem großen Netzwerk kann man viel mehr bewegen“, beschreibt Monika Leiking das gemeinsame Ziel.

An Ideen mangelt es nicht. Mit verschiedenen digitalen Formaten und Fachkräfte-Kampagnen über die verschiedensten Kanäle kommunizieren die Münsterländer eine einladende Willkommenskultur, die bei Fachkräften deutschlandweit das Interesse wecken soll. Auch Ehemalige, die ihre Heimat verlassen haben, haben sie auf dem Radar. Sie zur Rückkehr zu mobilisieren und zum dauerhaften Bleiben zu motivieren, ist das Ziel.
Auf die hauptsächlich online und bundesweit umgesetzten Fachkräftekampagnen reagieren in der Regel Interessierte mit Berufserfahrung und potentielle Rückkehrende, die ihre ersten Berufserfahrungen in der Ferne gesammelt haben und die Region nicht als Arbeitsregion kennen. Oftmals haben akademische Fachkräfte eine größere Bereitschaft, ihren Lebensort zu verlassen als Menschen mit klassischer Berufsausbildung.

Mit kreativen Claims wie „Zurückgehen, um vorwärts zu kommen“ oder „Hole deine Liebsten zurück“, wurden bereits erste Impulse gesetzt.

Aktuell werden allgemeine Fachkräfte bundesweit mit den Claims, „Arbeiten im Münsterland – wo gute Jobaussichten kein Zufall sind“ für das Münsterland sensibilisiert. Weitere Aktivitäten sind geplant.
Neuankömmlinge wie Ehemalige können sich auf ein umfangreiches Unterstützungsangebot beim Ankommen und Fußfassen verlassen. Neben einem umfangreichen Informationsangebot auf der Webseite und in den sozialen Medien, das einen schnellen Überblick verschafft, gehen die Münsterland-Botschafter in persönlichen Gesprächen auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse konkret ein. „Im Dialog lässt sich ein Gefühl für die Region vermitteln und auf viele Fragen eine Antwort finden. Menschen, die zu uns kommen, wollen wissen, wo sie wohnen, wie die Partnerin oder der Partner einen Job findet, welche Kinderbetreuungsmöglichkeiten es gibt und welche kulturellen Angebote und Freizeitmöglichkeiten sie erwarten“, so Leiking. Keine Region könne sich erlauben, nicht auch den Lebensstandort mit in die Waagschale zu werfen, ist die Willkommensmanagerin überzeugt.

„Wenn das Umfeld unattraktiv ist und sie sich nicht wohlfühlen, werden die meisten Fachkräfte nicht langfristig bleiben“, ist Leiking überzeugt.

In den letzten eineinhalb Jahren haben sie und ihre Kolleginnen gut 350 persönliche Gespräche geführt. Etwa 1000 Kontakte hat es gegeben. Viele Fachkräfte, die sich für das Münsterland interessieren hätten, lebten in NRW. Fakt sei aber auch, dass Menschen aus anderen Bundesländern das Münsterland vermehrt in den Blick nehmen.
Internationale Fachkräfte auf die Region aufmerksam zu machen, ist für Monika Leiking ebenfalls ein besonderes Anliegen. „Das Ausland ist ein wichtiger Rekrutierungsmarkt. Gut gelingt dieses bereits im medizinischen Bereich. Für das Universitätsklinikum Münster (UKM) haben wir zahlreiche Beratungsgespräche mit deren ausländischen Pflegefachkräften geführt, die sich für Jobmöglichkeiten ihrer Familienangehörigen interessieren, um sie auch für die Region gewinnen zu können“, beschreibt die Leiterin des Service Onboarding@Münsterland den Nutzen.
Das UKM ist eines von über 150 Mitgliedern im Arbeitgebernetzwerk, das Unternehmen verschiedenster Branchen zählt. Sie alle bekommen die Unterstützung, die sie wünschen und das gilt sowohl beim Employer Branding als auch beim Standortmarketing.

„Wir präsentieren unsere Mitglieder als interessante Unternehmen durch Arbeitgeber- und Standortportraits auf unseren verschiedenen Plattformen, stellen Kontakte zwischen ihnen und interessanten Bewerbern her, die wir durch unsere Beratungsgespräche kennengelernt haben“, beschreibt Monika Leiking.

Willkommensevent: Neuankömmlinge haben die Möglichkeit, wie hier bei einem Picknick schnell Kontakte zu knüpfen.

Besonders beliebt sind die regelmäßigen Willkommensevents, die das Onboarding-Team an außergewöhnlichen Orten durchführt und zu denen Arbeitgeber ihre Neuankömmlinge einladen können. Das beschleunigt das Kennenlernen der Region und das Knüpfen neuer Kontakte. „Wir werden den Fachkräftemangel mit unserem Service nicht komplett kompensieren können, wir können jedoch wechselwillige Menschen mobilisieren, sich für diese Region zu entscheiden. Jede Fachkraft zählt, weil sie so viel mehr in die Region mitbringt. Und deshalb werden wir nicht müde, alles für eine gute Willkommenskultur zu tun“, so Leiking.
Dass die „Willkommens-Aktivitäten“ wahrgenommen werden, hat sich vor kurzem bei einer Veranstaltung in einem Münsteraner Unternehmen gezeigt. Einem Gast aus Baden-Württemberg waren die Fachkräfte-Kampagnen des Service Onboarding online aufgefallen. Er habe sich zwar noch nicht für einen Weggang aus der Wahlheimat entschieden, werde sich jedoch noch einmal intensiver mit den Möglichkeiten auseinandersetzen. Nicht ausgeschlossen, dass er und seine Familie demnächst im Münsterland ihre Zelte aufschlagen.

 

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