
Studierende fördern – OWL fördern: Die Stiftung Studienfonds OWL ist ein deutschlandweit einmaliges Kooperationsprojekt der fünf Hochschulen des Landes NRW in Ostwestfalen-Lippe. (Foto: Stiftung Studienfonds OWL)
Das IT-Systemhaus COBUS ConCept aus Rheda-Wiedenbrück hat ganz besonders mit dem zunehmenden Fachkräftemangel zu kämpfen. Ob Consultants, Sales Representatives oder Software Developer – gut ausgebildete Experten in der IT sind beinahe so schwer zu finden wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Eine weitere Herausforderung liegt darin, sie für sich zu gewinnen und zu halten.
Hilfreich kann ein speziell auf die individuelle Zielgruppe ausgerichtetes Personalmarketing sein. Als eine der erfolgversprechenden Methoden – auch wenn sie im Allgemeinen nicht zuoberst auf der Maßnahmenliste steht – gilt die Förderung von Stipendien durch das eigene Unternehmen. Die Erfolgsfaktoren: Zum einen besteht die direkte Verbindung zu einem leistungsstarken Stipendiaten. Zum anderen erhält man Zugang zu dem umfangreichen Netzwerk der Institution, die das Stipendienprogramm anbietet, und kann hier unzählige weitere Kontakte knüpfen zu Studierenden und Absolventen, aber auch zu Unternehmen und Vereinen. Und das auch noch zielgruppengenau und ohne großen Zusatzaufwand, denn ein Großteil der Arbeit – von der Auswahl der geeigneten Stipendiaten bis hin zur Organisation von Veranstaltungen mit Gleichgesinnten – wird einem abgenommen.
Ideales Mittel zur Mitarbeitergewinnung
Das Personalmarketing über ein Stipendienprogramm hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem allgemeinen Hochschulmarketing: Die Zielgruppe ist nicht nur über die reine Auswahl des Fachbereichs definiert, sondern auch durch die Kriterien Leistung, regionale Bindung und Persönlichkeit des Studierenden. An den Hochschulen wird bei den gängigen Marketingmaßnahmen sonst meist das Gießkannen-Prinzip angewendet: Stellenanzeigen, Werbematerial, Einladungen zu Veranstaltungen von Unternehmen – alles wird online für alle zugänglich im Uniportal angepriesen, im Gebäude ausgelegt, in der Mensa verteilt. Die Studierenden, die von einer Stiftung für ein Stipendium ausgewählt wurden, sind dagegen handverlesen. Sie sind nicht nur genau dem Fachbereich angehörig, den das fördernde Unternehmen sich wünscht. Sie sind außerdem durchweg leistungsstark und, sofern dies zum Anforderungskatalog der Stiftung gehört, engagieren sich zusätzlich außerhalb des Studiums – ein bedeutsamer Pluspunkt für die Persönlichkeit. Genau diese Charaktere findet man durch das klassische Hochschulmarketing in der Regel nicht. Weiterhin sind die Studierenden durch ihr Stipendium an die Region gebunden. Ein Standortwechsel mit Umzug ist eher unwahrscheinlich.
Apropos Region: Der Eindruck, den diese Form von sozialem Engagement in der Öffentlichkeit macht, ist unschätzbar positiv. Arbeitgeber, die sich im nahen Umfeld gesellschaftlich engagieren, wirken in der öffentlichen Wahrnehmung vertrauenswürdig, mitarbeiterorientiert und sympathisch. Voraussetzung ist natürlich, dass man sein Engagement auch nach außen zeigt – ein fabelhaftes Thema für die PR-Arbeit! Seien es Veröffentlichungen auf der Unternehmenswebseite, in der Förderer-Galerie der Stiftung, in der Lokalpresse oder in sozialen Netzwerken – das entsprechende Pressematerial wie Pressefotos, Vorlagen für Pressemitteilungen, Fördererurkunde etc. steht bereit und der repräsentative Auftritt hat eine ausgezeichnete Außenwirkung.
Durch den „eigenen“ Stipendiaten wird ganz von selbst ein wunderbares Employer Branding betrieben. „Von wem wirst du gefördert, COBUS ConCept? Was machen die denn?“ Idealerweise kennt der Student seinen Förderer schon persönlich und ist positiv eingenommen, so kann er direkt über das Unternehmen berichten. Durch eigene Angebote wie Betriebsbesichtigungen, Vorträge oder ähnliche Veranstaltungen hat der Förderer darüber hinaus die Möglichkeit, sich mehr als nur die eigenen geförderten Stipendiaten ganz bequem ins Haus zu holen und sich aktiv als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.
Weitergedacht ergeben sich mit dem Stipendienprogramm neue Wege in der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zum beiderseitigen Nutzen: Durch die Vernetzung können weitergehende Kooperationen und gemeinsame Forschungsprojekte, zum Beispiel im Rahmen von Abschlussarbeiten, entstehen. Nicht nur das Unternehmen, sondern auch der gesamte Wirtschafts- und Hochschulstandort präsentiert sich als attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten. Gerade in wirtschaftsschwachen Regionen eine gute Investition in die Zukunft!
Weitere Informationen: www.studienfonds-owl.de